Ein erdgebundenes Projekt


Ein weiteres Projekt

Nach dem Bau des Gyrocopters kam mir die Idee, mit dem beim Flugzeug-Bau erworbenen Know-How im Leichtbau etwas auf die Beine zu stellen.
So entstand unter der Mitwirkung eines Freundes von mir das Projekt
*Pedaliner*.

Die ganze Sache liess sich gut an und es wurden 3 Prototypen entwickelt. Aber dann......... Alle Leute die uns enthusiastisch unterstützt, und nicht zuletzt auch Mittel für den Serienbau in Aussicht gestellt hatten, wurden plötzlich ganz unverbindlich. Von den Banken gibt's für solche Sachen auch kein Geld,..... also was soll's.

Der Prototyp auf dem Bild (der 2.) wurde verkauft und dient jetzt einem völlig glücklichen Fahrer. Der erste Prototyp wurde ausgeschlachtet und der Dritte steht jetzt bei mir im Keller.

Viele neue und wertvolle Erfahrungen gemacht. Zum Preise von über SFr. 100'000.-. Aber was sind doch Lebenserfahrungen nicht alles wert.


Der Pedaliner: Ein neues Transportkonzept

Der *Pedaliner* ist ein vollverkleidetes dreirädriges Liegerad welches auf einem völlig neuen Konzept basiert. Er ist nicht einfach ein verkleinertes Auto oder ein verschaltes Fahrrad. Das Konzept beruht auf einem NC-gestanzten Leichtmetallkasten, der die Technik für die Steuerung und den Antrieb aufnimmt und an dem die Fahrwerkskomponenten befestigt werden. Die drei Räder verhindern die bei Liegerädern sonst üblichen Balanceübungen und auch die Seitenwindanfälligkeit ist weitaus geringer. Eine grosse aber leichte Vollverkleidung mit einer grosszügigen Verglasung aus gezogenem Acryl und ein komfortabel gefedertes Fahrwerk machen aus dem *Pedaliner* einen Luxusliner der Strasse.
So bietet sich der
*Pedaliner* geradezu für den Weg zur Arbeit an, ohne die Betriebs-, Wartung- und Versicherungskosten, die bei einem Automobil anfallen.

Komfort und Alltagstauglichkeit

Alle drei Räder des *Pedaliner* sind einzeln und komfortabel gefedert. Die Vorderräder sind an doppelten Dreiecksquerlenkern geführt. Auch Konstrukteure von Formel-1-Rennwagen kennen kein besseres System.
Nebst der Federung und der komfortablen Sitzposition in der geräumigen Kabine trägt vor allem der grosse Gepäckraum zur Alltagstauglichkeit bei. Der Einkauf, oder was auch immer transportiert wird, ist im grossen (120 Liter) Gepäckraum wetterfest untergebracht.
Die Aerodynamisch hochwertige Vollverkleidung entlastet den Fahrer vom Winddruck und ermöglicht damit bessere Fahrleistungen und die gut durchdachte Uebersetzung erlaubt es, selbst steile Steigungen mit einem der 21 Gänge mühelos zu bewältigen.

*Pedaliner*-Technik

Beim *Pedaliner* handelt es sich um ein muskelkraftbetriebenes, vollverkleidetes Leichtbau-Strassenfahrzeug. Der Antrieb erfolgt über einen konventionellen Tretkurbelantrieb wie beim Fahrrad. Die gesamte Antriebstechnik und die Lenkung sind von Fahrer getrennt in einem NC-gestanzten Kasten aus Leichtmetall untergebracht. Die Lenkung erfolgt über zwei seitlich angebrachte "Sidesticks" an denen auch die beiden Drehgriffschalter für die 21 Gänge angebracht sind. Gebremst wird mit zwei Trommelbremsen vorne und einer Felgenbremse hinten. Die vorderen Räder sind an doppelten Dreiecksquerlenkern befestigt.

Bei der extrem leichten aber steifen Vollverkleidung wird ein neuartiges, dreidimensionales "Parabeam"-Glasgewebe verarbeitet welches mit Epoxydharz getränkt wird.

*Pedaliner* - Individuelle Mobilität auch in Zukunft

Stau, Ozon, Atembeschwerden, Berufsverkehr, Fahrverbote, Klimaveränderung und klimabedingte Umweltkatastrophen sind nur einige Schlagworte mit denen wir in letzter Zeit immer häufiger konfrontiert werden. Der Verkehr ist zwar nicht der alleinige Verursacher dieser Miseren, aber unleugbar zu einem grossen Teil daran beteiligt.

Die heutige Verkehrspolitik und mit ihr zusammen die Umweltpolitik stehen nicht nur in der Schweiz und Europa an einem Scheideweg. Es geht nun darum, die jetztige verfahrene Situation so schnell wie möglich zu ändern, oder so weiterzumachen und einen Kollaps der Verkehrssysteme und unserer Umwelt zu riskieren. Diese Probleme können nur mit "neuer Technik" gelöst werden, wenn wir unsere Lebensqualität , und darunter fällt auch die individuelle Mobilität des Einzelnen, erhalten wollen ohne zu restriktiven Massnahmen greifen zu müssen.

Eine Lösung ist der *Pedaliner*. Er kann die ER-Lösung vom Verkehrsinfarkt auf unseren Strassen sein. Wenn wir davon ausgehen können, dass die Hälfte aller privaten Autobewegungen Fahrten sind, welche lediglich eine Strecke von 5 Km oder gar weniger überbrücken, und dann auch noch in Betracht ziehen, dass in diesen Autos meist gerade eine einzige Person sitzt, ja dann hat der *Pedaliner* ein nicht zu überschauendes Potential.

Der *Pedaliner* ist wie geschaffen für unsere gut ausgebaute Infrastruktur. Er verbrennt keine fossilen Brennstoffe, er produziert keine Abgase und macht keinen Lärm, und er fügt sich dank seinen Abmessungen und seinen Fahrleistungen nahtlos in den modernen Verkehr ein.

Der *Pedaliner* ist eine technische Lösung eines technischen und gesellschaftlichen Problems. Er eröffnet in der Verkehrs- und Umweltpolitik ganz neue Möglichkeiten. Neue Möglichkeiten für den Menschen. Neue Möglichkeiten mit unserem Umgang mit der immer teurer und knapper werdenden Energie. Möglichkeiten ohne Verbote, staatlichen Eingriffen und ohne Bevormundung des Bürgers, sich die individuelle Mobilität in einer sich immer schneller wandelnden Umwelt zu erhalten.


 

Technische Daten:

Fahrzeug: Muskelkraftbetriebenes Leichtbau-Strassenfahrzeug

Masse:            Länge:         280 cm
                  Höhe:          127 cm
                  Breite:        98 cm (Vorderachse)
                                 63 cm (Kabine)
                  Gewicht:       ca. 33 Kg
                  Gepäckfach:    über 120 Liter

Antrieb:		konventioneller Tretkurbelantrieb
Räder:			3 x 20 Zoll; 2 vome, 1 hinten
			Luftreifen
Bremsen: 		2 Trommelbremsen vorne, Shimano-Felgenbremse hinten;
			alle Bremsen als Feststellbremsen
Fahrwerk: 		zentraler Kasten aus NC gestanztem Aluminium,
			Vorne 2 x 2 Dreiecksquerlenker aus hartgelötetem
			Präzisionsstahlrohr; hinten geschweisste Schwinge aus
			Vierkantstahlrohr, alle Räder sind gefedert
			Uebersetzung: 21 Gänge; 3-Gang-SACHS-Nabe, 7-Gang "SUNIOUR
			Twist Shifter"
Schaltung:		2 Drehgriff-Schaltungen
Licht:			6 Volt Halogenscheinwerfer, widerstandsarmer Trommel-
			dynamo (elektr. Biinker auf Anfrage)
Verschalung:		Vollverkleidung aus epoxydharzgetränktem 3-dimensionalen
			Parabeam-Glasgewebe, Aluminiumblechboden, 2-teilige
			"kratzfeste" gezogene Acrylglashaube; Schiebehaube nach
			hinten zu öffnen, kann bei schönem Wetter auch offen
			gefahren werden; aussen und innen ist die Verglasung
			chemisch oberlächenbehandelt (wasserabstossend)

Juni 1996